Viele frischgebackene Erstklässler freuen sich schon Monate im Voraus darauf, endlich zu den „Großen“ zu gehören und in die Schule zu gehen. Neben viel Spaß bringt der neue Lebensabschnitt aber auch viele Veränderungen mit sich, an die sich Ihr Nachwuchs – und Sie als Eltern – erst mal gewöhnen müssen.
Schule ist der erste große Schritt in Richtung Selbstständigkeit, vieles was vorher mit Hilfe von Mama oder der Erzieherin im Kindergarten ganz einfach geklappt hat, muss der Erstklässler jetzt eigenständig erledigen. Hier ist es wichtig, das Kind zu fördern, aber nicht zu überfordern: Geben Sie Ihrem Kind Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Vor der Konzentration auf das Lernen stehen die Orientierung im sozialen Umfeld, die Suche nach neuen Freunden und das Zurechtfinden in der neuen Umgebung.
Regelmäßigkeiten helfen
Ihr Kind muss in der Schule lernen, sich an neue Regeln und feste Zeiten zu gewöhnen. Sie helfen ihm dabei, in dem Sie auch zu Hause Regelmäßigkeiten schaffen: Ein Wochenplan, in dem alle Termine festgehalten sind, strukturiert den Alltag. Erfassen Sie auch Hausaufgaben, Klavierunterricht und Treffen mit Freunden. Seien Sie Ihrem Kind ein Vorbild, indem Sie sich an Absprachen halten, und achten Sie darauf, dass der Wochenplan eingehalten wird.
Mut zur Selbständigkeit
Beziehen Sie Ihr Kind in Entscheidungen ein und ermuntern Sie es zur Selbstständigkeit. Das gilt auch in Sachen Hausaufgaben. Lassen Sie es selbst entscheiden, wann es sich an die Schularbeiten setzen möchte. Manche Kinder brauchen nach der Schule erst einmal Zeit, um zur Ruhe zu kommen oder spielen lieber noch eine Runde mit den Geschwistern. Andere erledigen gerne erst die „unangenehmen“ Hausaufgaben, um anschließend Freizeit zu haben. Auch das „Wo“ ist entscheidend für gelingende Hausaufgaben. Dabei kommt es jedoch weniger darauf an, immer am eigenen Schreibtisch zu sitzen, sondern in einer Umgebung, die sauber ist und Platz bietet – und an der Ihr Kind sich wohlfühlt. Wichtig sind auch kleine Pausen während der Hausaufgaben. Sechsjährige können sich gerade mal 15 Minuten am Stück konzentrieren.
In den ersten beiden Schuljahren fällt es manchmal noch schwer, die Arbeitsmaterialien in Ordnung zu halten. Lassen Sie trotzdem Ihr Kind den Schulranzen selber packen und sehen Sie anschließend nach, ob alle notwendigen Schulsachen enthalten sind.
Lernen macht Spaß
Lob für Dinge, die gut klappen, erhöht den Anreiz zum Lernen. Dabei können Aufgaben auch ruhig mal kniffliger sein. Löst Ihr Kind sie trotzdem, erhöht das die Motivation für zukünftige Anstrengungen. Doch auch Fehler dürfen passieren. Am besten ist es für den Lernerfolg und das eigene Selbstbewusstsein, wenn die Kleinen die Möglichkeit bekommen, selbst zu entdecken, was nicht stimmt, und alleine zur richtigen Lösung finden. Über negatives Feedback können Kinder ohnehin erst ab einem Alter von elf bis dreizehn Jahren lernen.
Führen Sie den Nachwuchs am besten spielerisch ans Lernen heran: Spiele wie Memory machen nicht nur Spaß, sondern fördern auch die Lern- und Konzentrationsfähigkeit. Auch im Alltag lassen sich Spiel- und Lernideen verpacken: Findet Ihr Sprössling seinen Namen in der Buchstabensuppe und findet er raus, wie viele Goldfische im Aquarium schwimmen? Dabei ist es jedoch wichtig, darauf zu achten, dass auch das unbeschwerte Spielen nicht zu kurz kommt.
Zwei plus zwei macht fünf?
Nicht immer läuft es von Anfang an nach Plan. Bleiben Sie gelassen, auch wenn in Diktaten oder den Matheaufgaben trotz ausreichender Vorbereitung alles schief zu gehen scheint. Suchen Sie das Gespräch mit Lehrern und finden Sie gemeinsam heraus, wie Sie Ihr Kind unterstützen können.
Zirka fünf bis acht Prozent der Schüler leiden an so genannten Teilleistungsstörungen, wie Lese-Rechtschreibschwäche oder einer Rechenschwäche. Diese Störungen sollten diagnostiziert werden, um das Kind gezielt fördern zu können und Folgeprobleme zu vermeiden. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihrem Kind fällt es trotz guter Leistungen in anderen Bereichen schwer, Texte zu lesen oder Rechenaufgaben zu lösen, sollten Sie sich Rat suchend an den schulpsychologischen Dienst wenden oder Unterstützung beim Bundesverband für Legasthenie suchen, Tel. 0700-31 87 38 11. Übrigens sind die meisten Kinder mit Teilleistungsschwächen sehr kreativ.
Die wichtigsten Elterntipps zum Schulstart im Überblick: