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Laufen macht auch im Winter Spaß!

Top motiviert durch Herbst und Winter

Lauftreff-Psychologin Miriam Hebing
Lauftreff-Psychologin Miriam Hebing

Wie man seinen inneren Schweinehund überwinden und auch bei Wind, Regen, Schnee und Eis an seinem Lauftraining festhalten kann, darüber informiert unsere Laufpsychologin Miriam Hebing:

In der kühlen, eher dunklen Jahreszeit ist es sehr wichtig, sich häufig an der frischen Luft zu bewegen und so viel wie möglich von dem raren Sonnenlicht zu tanken. Während der kalten Monate leiden viele Menschen an depressiven Stimmungen. Eine gewisse Herabgestimmtheit in dieser Jahreszeit kennt wahrscheinlich jeder, immer mehr Menschen erleben jedoch solch einen starken Verlust von Antrieb und Wohlbefinden, dass sie sich regelrecht krank fühlen. In Deutschland leiden etwa 500.000 Menschen an einer Winterdepression oder auch saisonal abhängige Depression genannt, wobei Frauen viermal häufiger betroffen sind als Männer. Energielosigkeit, Schwäche, ein ständiges Schlafbedürfnis, nicht enden wollende Müdigkeit, Heißhunger – vor allem auf Süßes –, Antriebslosigkeit und die Vernachlässigung sozialer Kontakte sind die typischen Symptome einer Winterdepression. Auslöser für depressive Stimmungen in dieser Jahreszeit ist das wenige natürliche Tageslicht.


Ich habe sieben Tipps, wie sich Freizeitläufer für Herbst und Winter motivieren können:

1) Regelmäßiges Laufen verbessert das körperliche und seelische Wohlbefinden. Die gute Laune steigt, innere Unruhe und Nervosität lassen nach, Ärger und Frustration werden weniger. Regelmäßige körperliche Aktivität hat eine antidepressive, angstlösende und entspannende Wirkung. Das heißt, wer gedrückter Stimmung ist, sollte sich erst recht nicht vor dem Fernseher verkriechen, sondern die Laufschuhe anziehen und loslaufen. Schon nach wenigen Minuten merkt man, wie sich die Laune aufhellt. Laufen ist auch eine hervorragende Methode zum Stress-Abbau. Mit wenig Aufwand kann man nach einem Arbeitstag viel für seine Entspannung tun. Nicht zuletzt ist Laufen besser als jedes Schlafmittel. Man wird auf natürliche Art angenehm bettschwer.

2) Planen Sie feste Zeiten für den Sport ein und verabreden Sie sich für den nächsten Lauftreff mit Ihrer/m Lieblings-mitläufer/in. Aber bitte verbindlich. „Vielleicht komme ich nächste Woche wieder mit“ gilt nicht. Organisieren Sie sich so, dass nichts dieses Date sabotieren kann.

3) Werden Sie sich Ihrer Gründe für das Laufen bewusst. Zum Beispiel: Ich will etwas für meine Gesundheit tun, ich möchte bald an einem Stadtlauf teilnehmen, ich will unbedingt fünf Kilo abnehmen oder ich möchte etwas gegen meine depressiven Verstimmungen unternehmen. Ich empfehle, sich die Beweggründe fürs Laufen immer wieder vor Augen zu führen, etwa indem man sie auf einen Zettel schreibt und diesen im Badezimmer aufhängt. Nur wer gut motiviert ist, bleibt zielstrebig.
 
4) Setzen Sie sich realistische, positiv formulierte Ziele. Dabei ist es wichtig, dass man die Ziele nicht zu hoch steckt. Das erspart unnötige Enttäuschungen. Trainieren Sie moderat und geben Sie Ihrem Körper Zeit zur Erholung. Laufen Sie lieber länger und in lockerem Tempo als kurz und intensiv.
 
5) Führen Sie ein Lauftagebuch, in das Sie nach jedem Lauftraining notieren, wie lange Sie gelaufen sind, wie anstrengend Sie es empfunden haben und welches Gefühl Sie danach hatten. Eine Studie der Universität Calgary hat gezeigt, dass Läufer, die ihr Training zurückverfolgen konnten, wesentlich motivierter waren als jene, die keine Aufzeichnungen machten. 
 
6) Platzieren Sie Ihre Sportkleidung so, dass sie Ihnen nach der Arbeit sofort ins Auge fällt. Ziehen Sie Ihre Sportkleidung auch dann an, wenn Sie müde und abgespannt nach Hause kommen. Oft hilft dieser Trick, sich doch noch aufzuraffen.
 
7) Belohnen Sie sich, wenn Sie es geschafft haben, Ihren Schweinehund trotz schlechten Wetters zu überwinden. Seien Sie stolz auf sich. Erfüllen Sie sich einen besonderen Wunsch, wenn Sie ein bestimmtes Ziel erreicht haben. Schaffen Sie sich zum Beispiel ein Sparschwein an, das Sie nach jedem Lauf mit zwei Euro füttern. Schon bald haben Sie das Geld für eine schöne Belohnung zusammen.

In diesem Sinne: Laufen Sie weiter. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Bekleidung. Wenn Sie wissen wollen, wie Sie während Herbst und Winter richtig angezogen sind, lesen Sie nach, was die Experten von Ertl/Renz empfehlen.

Mit sportlichen Grüßen
Ihre Miriam Hebing

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