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Schlafen im Büro

Was hierzulande noch nach Faulheit klingt, kann tatsächlich die Leistung steigern

Bild: Büroschlaf

Noch immer ist er in unseren Breitengraden verpönt – der Büroschlaf als Energiequelle am Arbeitsplatz. Dabei zeigen Studien, dass wer einmal von der entspannenden und aufbauenden Wirkung eines kurzen Mittagsschlaf profitiert hat, gerne immer wieder darauf zurückgreift, um die inneren Batterien wieder aufzuladen.

Mit Ruhe weiter kommen
Allzu oft wird diese Form der Entspannung noch mit fehlender Leistungsfähigkeit, ja sogar Faulheit assoziiert. Dabei ist das genaue Gegenteil der Fall. Leistung am Arbeitsplatz hat in erster Linie mit Effizienz zu tun und nicht mit Durchhalten. Wer also mit aufgeladenen Akkus Aufgaben angeht, kommt oft schneller zum gewünschten Ergebnis als derjenige, der gegen seinen Biorhythmus mit Kaffee und anderen Aufputschmitteln auf Kampf und Durchhalten setzt.

In dieser Beziehung können wir von anderen Kulturen und Ländern noch lernen. Ob Siesta in Spanien oder Mittel- und Südamerika oder inemuri in Japan – in vielen Völkern dieser Erde hat der mehr oder wenige schnelle Schlaf zwischendurch durchaus Tradition.

Nachweis „Leistungssteigerung“ erbracht

Da wundert es dann nicht, wenn sich diese historische Erkenntnis zunehmend wieder in das Bewusstsein moderner Arbeitsstrukturen drängt. Unter Powernap oder Powernapping, am besten übersetzt mit Energieschlaf, finden sich im Buchhandel und im Internet sehr viele Informationen, Anleitungen und Statistiken. Ihnen allen gemeinsam ist, dass der bei uns immer noch so oft als Faulheit verpönte Mittagsschlaf eine wichtige Quelle für mehr Leistung, Zufriedenheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sein kann. So zeigte eine griechische Studie mit 23.500 Teilnehmern, dass ein kurzer Mittagsschlaf das Infarktrisiko von Herzkranken um 37% senken konnte. Und die NASA erkannte, dass Piloten, die einen kurzen Erholungsschlaf halten, bis zu 16% schnellere Reaktionszeiten zeigen.

Vielleicht können ja diese neueren Erkenntnisse auch bei uns für eine Rufverbesserung des Büroschlafs sorgen. Unter Kollegen ebenso wie unter Arbeitgebern. Der mögliche Leistungs- und Effizienzzuwachs der Mitarbeiter ist in dem Zusammenhang sogar ein interessantes ökonomisches Argument für eine Veränderung der Einstellung auf Arbeitgeberseite – zumindest aber ein Grund, neu nachzudenken.

Mittagsschlaf für alle!
Das Nickerchen soll ja nicht lang sein, raten die Experten. Bloß nicht länger als eine halbe Stunde, denn dann ist der Kreislauf viel zu tief in den Keller gerutscht und der Körper könnte bereits in den Tiefschlaf gefallen sein. Zur Regeneration genügen ca. 15 Minuten.

Da bietet sich gerade in der milderen Jahreszeit zum Beispiel ein kleiner Spaziergang an – inklusive frischem Obst und Powernap auf einer Parkbank. Eine wunderbare Alternative zur nervigen Schlacht am Kantinen-Buffett.

Mehr zum Thema:
Rolf Degen: Der kleine Schlaf zwischendurch. In Minuten frisch, erholt und fit. (Rowohlt 1997)

http://www.schlaf.de/was_ist_schlaf/1_20_20_1_bueroschlaf.php?navtext=Was%20ist%20Schlaf%3F

http://zeus.zeit.de/text/2004/34/P-Steger

http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/451/119307/